Die
Thermografie ist eine anerkannte Methode der bilderzeugenden
Temperaturmessung. Sie erfolgt berührungslos und wird vor allem
zur Auffindung von Wärmeverlusten genutzt, die an Objekten als
thermische Schwachstellen erkannt werden.
Im Bauwesen
wird die Thermografie vor allem zum Nachweis von Dichtungs- und
Dämmungsfehlern, Schäden an verdeckt liegenden Leitungen und
historischer Bausubstanz herangezogen.
In
Industriebetrieben findet die Thermografie Anwendung bei der
Überwachung von Fertigungsprozessen, bei Qualitätskontrollen
und in der Instandhaltung.
Infrarotmessungen tragen zur Kostensenkung bei.
Durch
Früherkennung unsichtbarer Mängel ist die Thermografie eine
unverzichtbare Inspektionshilfe. Im Gegensatz zu punktförmig
messenden Handpyrometern erfolgt bei diesem Messverfahren ein
großflächiges Abtasten von Objekten.
Das
Wärmebild gibt die Temperaturverteilung der untersuchten
Objektoberfläche wieder. Durch Analyse der
Oberflächentemperaturverteilung werden sichtbare Zustände als
thermische Schwach- und Schadstellen erkannt.
Wie es funktioniert
Die
Thermografie beruht darauf, dass jeder Körper mit einer Temperatur
oberhalb des absoluten Nullpunktes (0° K oder -273° C) eine
elektromagnetische Stahlung (Wärmestrahlung) emittiert, die
jenseits der roten Linie des sichtbaren Lichts im elektromagnetischen
Spektrum - Wellenlängebereich >0,7 Mikrometer - liegt.
Die
relevanten Strahlungsgesetze sind im PLANCK'schen Strahlungsgesetz, im
STEFAN-BOLTZMANN'schen Gesetz und WIEN'schen Verschiebungsgesetz
beschrieben.
Die Thermografie nutzt zwei Wellenbereiche:
Das
Mittelwellenband (MW) im nahen Infrarot mit 2-5 Mikrometer und das
Langwellenbereich (LW) im fernen Infrarot mit 8-12 Mikrometer. Die
einfallende IR-Strahlung wird von einem IR-Detektor in elektrische
Signale umgewandelt.
Da die thermische Energie bei
Umgebungstemperatur ausreicht um Elektronen zu aktivieren, müssen
zur Vermeidung des damit verbundenen Rauscheffektes, der eine
IR-Messung unmöglich machen würde, die Detektoren
während des Betriebes auf eine bestimmte Arbeitstemperatur
gekühlt werden.
Die typischen Betriebstemperaturen
für die MW-Detektoren liegen bei -70°C bis -100°C.
Für LW-Detektoren benötigt man -170°C bis -200°C. Die
Detektorkühlung ist der jeweiligen Arbeitstemperatur angepasst und
wird bei SW-Detektoren thermoelektrisch (PELTIER-Effekt), bei
LW-Detektoren mit Flüssig-Gas, meist Stickstoff, oder mit Hilfe
einer Kältemaschine (STIRLING-Kühlung) durchgeführt.
LW-Systeme
benötigen eine aufwändige Kühlung, besitzen jedoch
gegenüber SW-Systemen eine etwas bessere, thermische, bzw.
geometrische Auflösung.
Ein Analog-Digital-Wandler
tastet die vom Detektor erzeugten elektrischen Signale ab und wandelt
sie in diskrete Bildpunkte (Pixel) um. Über einen Rechner wird mit
Hilfe von Kalibrierungskennlinien dem Strahlungswert jedem Pixel ein
Temperaturwert zugeordnet. Gleichzeitig wird die Temperatur farblich
kodiert und als Wärmebild dargestellt.
Das
Wärmebild besteht aus z.B. 76.800 Bildpunkten / 240 Zeilen und 320
Pixeln / Zeile und 256 Farben. Es können verschiedene Farbskalen
gewählt werden. Die Abspeicherung von Wärmebildern wird
digital, z.B. auf 3,5 Speicherkarten oder Festplatten bei
stationären Geräten, vorgenommen. Zusätzlich ist auch
eine Bildabspeicherung auf Videoband (analoges Speichermedium)
möglich. Die IR-Bildverarbeitung erfolgt rechnergestützt mit
Hilfe einer Software. Zahlreiche Funktionen ermöglichen eine
kundenspezifische Auswertung.